Manon Roland war ein außergewöhnliches Mädchen. Begabt, neugierig, unkonventionell. Mit elf Jahren ging sie freiwillig für ein Jahr ins Kloster. Nicht aus Frömmigkeit, sondern aus Sehnsucht nach einem großen und ernsten, nach einem anderen Leben. Sie heiratete einen deutlich älteren Mann: Jean-Marie Roland. Er war Beamter und Journalist, wurde später Minister. Sie schrieb seine Artikel, sie machte seine Politik. Ihr Pariser Salon wurde zum Treffpunkt der gemäßigten Republikaner. Madame Roland war die Seele der Girondisten. Doch als der König gestürzt und die Republik Wirklichkeit wurde, ging die Radikalisierung weiter. Manon machte nicht mit. Das war ihr Todesurteil. Am 8. November 1793 bestieg sie die Guillotine. Ihrem Mann war vorher die Flucht gelungen. Er brachte sich um, als er vom Tod seiner Frau erfuhr.
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1754 - 1793
17. März 1754 · Jeanne Marie Phlipon (genannt Manon) kommt in Paris als Tochter eines Graveurs zur Welt.
Mai 1765 · Sie begibt sich freiwillig in ein Kloster in Saint-Michel. Dort lebt sie ein Jahr.
Juni 1775 · Tod der Mutter. Manon kümmert sich jetzt um den Haushalt ihres Vaters.
Februar 1780 · Heirat mit dem 20 Jahre älteren Jean-Marie Roland.
Oktober 1781 · Geburt der Tochter Eudora.
1789 · Madame Roland veröffentlicht unter dem Namen ihres Mannes Beiträge im Courrier de Lyon, in denen sie die Revolution unterstützt. Später schreibt sie auch für Brissots Patriote Français.
1791 · Sie eröffnet in Paris einen politischen Salon, der schnell große Bekanntheit erreicht. Gäste sind dort unter anderem Brissot, Pétion und Robespierre.
März 1792 · Jean Marie Roland wird Innenminister. Manon erledigt einen Großteil seiner Korrespondenz und berät ihn zu politischen Themen. Ihr Salon gewinnt zunehmend an Bedeutung.
10. Juni 1792 · Wegen der Veröffentlichung eines Protestbriefs gegen den König wird Minister Roland entlassen.
August 1792 · Nach dem Sturz des Königs erhält Roland sein Amt wieder. Seine Frau betreibt ein eigenes Büro in seinem Ministerium.
September 1792 · Die Rolands kritisieren immer deutlicher die radikale Politik der Jakobiner und Montagnards. Sie machen sich unter anderem mit ihrer Kritik an den Septembermassakern die Pariser Sansculotten zu Feinden.
Dezember 1792 · Manon Roland wird vom Nationalkonvent wegen des Vorwurfs der Korrespondenz mit emigrierten Aristokraten angehört. Sie erhält anhaltenden Applaus von den Abgeordneten, doch die Menschen auf den Tribünen schweigen. Sie fühlt sich ihres Lebens in Paris nicht mehr sicher und verlässt ihr Haus nur noch in Begleitung.
23. Januar 1793 · Kurz nach der Hinrichtung des Königs legt Innenminister Roland sein Amt nieder. Dem Ehepaar wird verboten, Paris zu verlassen.
31. Mai 1793 · Jean-Marie Roland flieht nach Rouen. Manon bleibt auf eigenen Wunsch in Paris.
1. Juni 1793 · Manon Roland wird verhaftet.
8. November 1793 · Prozess vor dem Revolutionstribunal und Todesurteil. Manon Roland wird noch am selben Abend auf dem Revolutionsplatz in Paris hingerichtet.
10. November 1793 · Jean-Marie Roland nimmt sich in Rouen das Leben.
Zitate
Danton lenkt alles; und wir sind nur Unterdrückte, bis wir schließlich seine Opfer werden. Manon Roland, September 1792.
Ich liebte die Republik, bevor sie existierte. Manon Roland in ihren Memoiren, die sie in der Haft schrieb.
O Freiheit, welche Verbrechen geschehen in deinem Namen! Die letzten Worte von Manon Roland im Angesicht der Guillotine.
Le Moniteur
Décadi, 2e décade de Brumaire, l'an 2 de la République une et indivisible (10. November 1793)