Als König Louis XVI im Juli 1789 seinen Finanzminister entließ, war dies ein wesentlicher Auslöser für den Sturm auf die Bastille. Denn Jacques Necker galt als ein Gegenspieler des verschwenderischen Hofes – und somit als Verbündeter des Volkes. Doch er war kein Revolutionär, sondern ein gemäßigter Reformer im Dienst des Königs. Einen Umsturz der bestehenden Verhältnisse wollte er nie. Er verabschiedete sich schon 1790 aus der Politik und spielte in der Hochphase der Revolution keine Rolle mehr. Die Hinrichtung des Königs war ein Schock für den überzeugten Monarchisten. Trotzdem konnte er auf seinem Ruhesitz auf Schloss Coppet seinen Lebensabend und seinen Reichtum in Ruhe genießen – fernab der Pariser Tumulte und ohne je ernsthaft in Gefahr zu geraten.
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In Frankreich hat man aus dem Zustand der Finanzen beständig ein Geheimnis gemacht.
Jacques Necker: Compte rendu au roi, 1781
Inmitten so schwieriger Umstände kann ich mir ein wenig Mut bewahren.
Necker nach seiner Rückkehr ins Amt vor der Nationalversammlung, 29. Juli 1789
Ein unschuldiges Opfer, wenn es je eines gab! Ein unschuldiges Opfer menschlicher Leidenschaften! Welch gottloses Opfer!
Necker über die Hinrichtung des Königs, 1793

Schloss Coppet am Genfer See
