Eine wirklich schöne Frau kann alles erreichen. Madame Dubarry schaffte den Aufstieg von einer Dirne in einem Pariser Bordell zur Mätresse von Louis XV in Versailles. Sechs Jahre lang, bis zu seinem Tod, war sie seine Favoritin. Zum Dank verfügte er in seinem Testament ihre Verbannung in ein Kloster. Dort hielt sie es kaum ein Jahr aus. Sie kehrte auf ihr Schloss zurück. Dann brach die Revolution aus und sie setzte sich nach England ab. Aber 1793 kam sie nach Paris zurück – völlig unbekümmert. Was hatte sie schon getan? Das Revolutionstribunal zögerte nicht. Sie war die Mätresse eines Tyrannen gewesen. Das genügte für ein Todesurteil. Ihre Hinrichtung war grauenhaft. Die Dubarry wollte nicht sterben. Sie wehrte sich mit Händen und Füßen, schrie und schlug um sich, bevor man sie auf das Brett legte und ihr Kopf fiel.
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1743 - 1793
19. August 1743 · Marie Jeanne Bécu wird in Vaucouleurs als uneheliche Tochter der Näherin Anne Bécu und eines Mönchs geboren.
1766 · Sie arbeitet als Prostituierte in dem Bordell von Madame Gourdan in Paris.
1. September 1768 · Pro-forma-Heirat mit Guillaume du Barry. Der Bruder des Ehemanns, Graf Jean-Baptiste du Barry, führt sie kurze Zeit später als vermeintlich Adlige am Hof von Versailles ein. Dort wird sie die Mätresse von König Louis XV.
10. Mai 1774 · Tod von Louis XV. Dubarry wird aufgrund der testamentarischen Verfügung des Königs in ein Kloster verbannt.
1776 · Rückkehr in ihr Schloss in Louveciennes bei Versailles.
10. Januar 1791 · Ihr Schloss wird ausgeraubt. Daraufhin zieht sie nach England.
März 1793 · Rückkehr nach Paris.
22. September 1793 · Madame Dubarry wird verhaftet. Sie kommt ins Gefängnis Sainte-Pélagie.
7. Dezember 1793 · Sie wird vom Revolutionstribunal als Urheberin oder Komplizin von Machenschaften und geheimen Absprachen mit den Feinden des Staates zum Tod verurteilt.
8. Dezember 1793 · Hinrichtung auf dem Revolutionsplatz in Paris.
Zitate
Man verzeiht einer Frau vieles – solange sie gefällt. Madame Dubarry
Nach der Frau des letzten französischen Tyrannen muss nun auch das Urteil über die Geliebte seines schändlichen Vorgängers gefällt werden. Fouquier-Tinville, Öffentlicher Ankläger beim Revolutionstribunal, 1793
Ich bitte Sie, Herr Henker, noch einen kleinen Augenblick! Madame Dubarry, 10. Dezember 1793
Le Moniteur
Décadi, 20 Frimaire, l'an 2 de la République Française une et indivisible (10. Dezember 1793)